Veröffentlicht am: 27. Juni 

Nicht gestillte Säuglinge mit häufigem oder langanhaltendem Durchfall benötigen in der Regel keine Spezialnahrung

Zusammenfassung der BfR-Stellungnahme (Nr. 036/2026)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt in seiner aktuellen Bewertung klar: Nicht oder teilgestillte Säuglinge mit häufigem oder langanhaltendem Durchfall benötigen in der Regel keine Spezialnahrung.

Kernaussagen

  • Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass Säuglinge mit Durchfall eine speziell zusammengesetzte Säuglingsnahrung (z. B. mit erhöhtem Protein- oder Stärkegehalt oder reduzierter Laktose) benötigen.

  • Säuglinge sollen auch bei Durchfall ihre gewohnte altersentsprechende Ernährung weiter erhalten – also Muttermilch, übliche Säuglingsnahrung und/oder Beikost.

  • Restriktive Diäten sind zu vermeiden.

  • Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr; bei heftigem akutem oder anhaltendem Durchfall soll wegen des Dehydratationsrisikos kinderärztlicher Rat eingeholt werden.

Bei längerem Verlauf

Hält der Durchfall länger als 14 Tage an, ist eine weitere ärztliche Abklärung erforderlich, um Ursachen wie Kuhmilcheiweißallergie, Kohlenhydrat-Malabsorption, primäre Laktoseintoleranz, Zöliakie oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen auszuschließen. Ernährungsmaßnahmen sind dann individuell und ursachenabhängig festzulegen.

Quellen

  • BfR-Stellungnahme Nr. 036/2026: Nicht gestillte Säuglinge mit häufigem oder langanhaltendem Durchfall benötigen in der Regel keine Spezialnahrung bfr.bund

  • DOI (Hauptquelle): 10.17590/20260624-152239-0

Diese Stellungnahme bestätigt damit ausdrücklich die in Ihrer Fortbildung vermittelte Position.